Kurzantwort: Die Mindestvergütung 2026
Wer 2026 eine duale Ausbildung beginnt, bekommt mindestens 724 € im Monat (1. Lehrjahr). Die Sätze steigen gesetzlich mit jedem Lehrjahr: 854 € im zweiten, 977 € im dritten und 1.014 € im vierten Jahr. Grundlage ist § 17 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG); die Beträge berechnet das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) jährlich neu — für 2026 ein Plus von 6,2 %. Netto bleiben davon im 1. Jahr rund 687 € (alle Werte in der Azubi Netto Tabelle).
Mindestausbildungsvergütung 2026 nach Lehrjahr
| Lehrjahr | Mindestvergütung brutto/Monat | Steigerung | Netto (SK 1) |
|---|---|---|---|
| 1. Lehrjahr | 724 € | Basis | 687 € |
| 2. Lehrjahr | 854 € | + 18 % | 778 € |
| 3. Lehrjahr | 977 € | + 35 % | 864 € |
| 4. Lehrjahr | 1.014 € | + 40 % | 890 € |
Für Ausbildungsverhältnisse mit Beginn zwischen 1. Januar und 31. Dezember 2026 (BBiG- und HwO-Berufe). Quelle: BIBB, Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt, Oktober 2025. Netto: Übergangsbereich, GKV, NRW, keine Kirchensteuer.
Für wen gilt die Mindestvergütung — und für wen nicht?
Sie gilt für duale Ausbildungen nach BBiG oder Handwerksordnung. Nicht erfasst sind rein schulische Ausbildungen und Berufe, die durch Landesrecht geregelt sind (z. B. viele Gesundheits- und Erzieherberufe) — dort gelten eigene Regeln und oft tarifliche Vergütungen. Maßgeblich ist das Jahr Ihres Ausbildungsbeginns: Die Sätze Ihres Startjahres begleiten Sie mit den festen Steigerungen (+18/+35/+40 %) durch die ganze Ausbildung.
Tarifvorrang und die 20-Prozent-Regel
Zwei Ausnahmen sind wichtig: Erstens haben Tarifverträge Vorrang — zahlt Ihr Betrieb nach Tarif, gilt der Tarifsatz, selbst wenn er ausnahmsweise unter der Mindestvergütung liegt (praktisch liegen Tarife fast immer darüber). Zweitens muss die Vergütung in nicht tarifgebundenen Betrieben zusätzlich „angemessen" sein: Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts ist sie es in der Regel nur, wenn sie das einschlägige Tarifniveau um höchstens 20 % unterschreitet. Wer also ohne Tarifbindung nur die Mindestvergütung zahlt, obwohl der Branchentarif bei über 905 € liegt, zahlt zu wenig.
Ausblick: Mindestvergütung 2027
Für Ausbildungen mit Beginn 2027 steigen die Sätze erneut: 764 € im 1. Lehrjahr, 902 € im 2., 1.031 € im 3. und 1.070 € im 4. Jahr. Wer 2026 startet, behält dagegen die 2026er-Sätze mit ihren Steigerungsstufen. Was von der Vergütung netto übrig bleibt, berechnet der Azubi Gehalt Rechner für jeden Betrag.
Weniger als die Mindestvergütung auf dem Konto?
Prüfen Sie zuerst Ihren Ausbildungsvertrag und ob ein Tarifvertrag gilt. Liegt Ihre Vergütung ohne Tarifgrund unter den Sätzen oben, haben Sie Anspruch auf die Differenz — sprechen Sie den Betrieb an, notfalls mit Unterstützung der Kammer (IHK oder HWK), die Azubis kostenlos berät. Dokumentieren Sie Ihre Abrechnungen; Nachforderungen sind grundsätzlich auch rückwirkend möglich.