SK 6: Zweitjob · Grundfreibetrag 0 €

Steuerklasse 6 Rechner
Zweitjob – 2026

Nettolohn für Zweitjob in Steuerklasse 6 berechnen. Warum ist SK 6 so teuer — und wann ist der Minijob die bessere Alternative?

Gehaltseingabe 2026Live
👶
🔒Keine Datenspeicherung · Berechnung lokal · DSGVO

Ergebnis erscheint
nach Berechnung

Bruttogehalt eingeben und berechnen

Was ist Steuerklasse 6? Grundlagen für Zweitjob-Inhaber

Steuerklasse 6 gilt automatisch für jeden weiteren sozialversicherungspflichtigen Job neben dem Hauptarbeitsverhältnis. Sie ist nicht wählbar — das Finanzamt weist sie zu, sobald ein zweites oder weiteres Beschäftigungsverhältnis neben dem Hauptjob aufgenommen wird. Mit über 3 Millionen betroffenen Arbeitnehmern in Deutschland ist SK 6 die häufigste Zusatzsteuerklasse.

Der entscheidende Unterschied zu allen anderen Steuerklassen: SK 6 hat keinen Grundfreibetrag, keinen Arbeitnehmer-Pauschbetrag und keine Sonderausgabenpauschale. Die Lohnsteuer beginnt ab dem ersten Euro — und das nach dem höchsten progressiven Steuertarif, der dem Hauptjob-Einkommen entspricht.

Wer ist in Steuerklasse 6?

  • Arbeitnehmer mit zwei oder mehr sozialversicherungspflichtigen Jobs
  • Arbeitnehmer mit einem Hauptjob und einem Nebenjob über der Minijob-Grenze (556 € / Monat)
  • Personen mit zwei gleichzeitigen Beschäftigungen — SK 6 wird dem Job mit dem niedrigeren Lohn zugewiesen
  • Arbeitnehmer, die keiner Steuerklasse zugeordnet wurden (z. B. bei fehlendem ELStAM-Abruf)

Freibeträge in Steuerklasse 6 – 2026

FreibetragSK 6 (2026)SK 1 (zum Vergleich)
Grundfreibetrag0 €12.348 €/Jahr
Arbeitnehmer-Pauschbetrag0 €1.230 €/Jahr
Sonderausgaben-Pauschbetrag0 €36 €/Jahr
Lohnsteuer beginntAb 1. EuroAb ca. 1.130 €/Monat

Alle Freibeträge sind im Hauptjob bereits verbraucht. Deshalb Lohnsteuer ab dem ersten Euro im Zweitjob.

Nettolohn Steuerklasse 6 – Tabelle 2026

Näherungswerte für das Nettogehalt im Zweitjob in SK 6. Berechnung: GKV, NRW, Geb. 1985, keine Kirchensteuer, Hauptjob 3.000 € brutto.

Brutto ZweitjobNetto SK 6Lohnsteuer ca.SV-BeiträgeAbzüge gesamt
500 €~ 295 €~ 105 €~ 100 €~ 41 %
750 €~ 420 €~ 175 €~ 155 €~ 44 %
1.000 €~ 561 €~ 280 €~ 209 €~ 44 %
1.500 €~ 820 €~ 450 €~ 315 €~ 45 %
2.000 €~ 1.050 €~ 650 €~ 418 €~ 47 %
2.500 €~ 1.250 €~ 850 €~ 524 €~ 50 %
3.000 €~ 1.450 €~ 1.070 €~ 611 €~ 52 %

Näherungswerte 2026. GKV · NRW · Geb. 1985 · Hauptjob 3.000 €. Die tatsächliche Lohnsteuer hängt stark vom Hauptjob-Einkommen ab. Für exaktes Ergebnis: Rechner oben nutzen.

Warum ist die Lohnsteuer in SK 6 so hoch?

Das deutsche Lohnsteuersystem geht davon aus, dass alle persönlichen Freibeträge bereits im Hauptjob (SK 1–5) vollständig verbraucht wurden. Der Zweitjob-Arbeitgeber muss daher das Einkommen so besteuern, als hätte man bereits den Grenzsteuersatz des Hauptjobs erreicht.

Das Grenzsteuersatz-Prinzip erklärt

Der deutsche Einkommensteuertarif ist progressiv: Je mehr man verdient, desto höher der Steuersatz auf den nächsten verdienten Euro (Grenzsteuersatz). Bei einem Hauptjob mit 3.000 € brutto liegt der Grenzsteuersatz bereits bei ca. 35 %. Jeder weitere Euro aus dem Zweitjob wird daher sofort mit 35 % Lohnsteuer belastet — ohne dass man erst den steuerfreien Grundfreibetrag von 12.348 € „aufbraucht".

Rechenbeispiel: Hauptjob 3.000 €, Zweitjob 1.000 € in SK 6

PostenHauptjob (SK 1)Zweitjob (SK 6)
Bruttogehalt/Monat3.000,00 €1.000,00 €
Lohnsteuer/Monat~ 365 €~ 280 €
Solidaritätszuschlag0,00 €0,00 €
Rentenversicherung (9,30 %)~ 279 €~ 93 €
Krankenversicherung (8,175 %)~ 245 €~ 82 €
Pflegeversicherung (1,70 %)~ 51 €~ 17 €
Arbeitslosenversicherung (1,30 %)~ 39 €~ 13 €
Nettogehalt ca.~ 2.021 €~ 515 €
Effektive Abzugsquote~ 32,6 %~ 48,5 %

Näherungswerte. Der Zweitjob wird mit fast 50 % Abzügen belastet — doppelt so hoch wie der gefühlte Abzug im Hauptjob.

Steuerklasse 6 vs. alle anderen Steuerklassen

SK 6 ist die Steuerklasse mit den höchsten Abzügen. Im Vergleich bei 2.000 € Bruttogehalt:

SteuerklasseNetto ca.Typische SituationGrundfreibetrag
SK 1~ 1.573 €Ledig, geschieden12.348 €
SK 2~ 1.668 €Alleinerziehend12.348 € + 4.260 €
SK 3~ 1.710 €Verheiratet, Alleinverdiener24.696 €
SK 4~ 1.573 €Verheiratet, gleich verdienend12.348 €
SK 5~ 1.290 €Verheiratet, wenig verdienend0 €
SK 6~ 1.050 €Zweitjob0 €

Minijob statt SK 6 — die clevere Alternative

Wer einen Nebenjob aufnehmen möchte, ohne SK 6 zu zahlen, sollte den Minijob als erste Option prüfen. Ein Minijob bis 556 € / Monat läuft pauschal versteuert — der Arbeitgeber zahlt 2 % Pauschalsteuer, der Arbeitnehmer zahlt keine eigene Lohnsteuer und bleibt in SK 1 für den Hauptjob.

Direktvergleich: Minijob vs. SK 6

MerkmalMinijob (bis 556 €)Zweitjob SK 6
Lohnsteuer Arbeitnehmer0 € (zahlt AG pauschal)Hoch — ab 1. Euro
Sozialversicherung ANKeine (nur RV-Eigenbeitrag möglich)Volle Beiträge (~20 %)
Maximales Bruttogehalt556 €/Monat (2025)Unbegrenzt
Netto bei 500 € Bruttoca. 465–500 €ca. 295 €
SozialversicherungsschutzNur RV (opt-out möglich)Voller SV-Schutz
SteuererklärungspflichtNeinJa (Pflicht)

Fazit: Bis 556 € Nebeneinkommen ist der Minijob fast immer die bessere Wahl. Wer mehr verdienen möchte oder will, kommt an SK 6 nicht vorbei — aber mit der Steuererklärung lässt sich ein Teil zurückholen.

Steuern in SK 6 zurückbekommen — so geht's

In SK 6 wird monatlich oft zu viel Lohnsteuer einbehalten. Der Grund: Der Arbeitgeber des Zweitjobs kennt das Gesamteinkommen beider Jobs nicht — er schätzt konservativ und zieht zu viel ab. Über die Einkommensteuererklärung berechnet das Finanzamt die tatsächliche Jahressteuerlast und erstattet die Differenz.

Wann gibt es eine Erstattung in SK 6?

  • Wenn das Gesamtjahreseinkommen beider Jobs zusammen unter dem Spitzensteuersatz liegt
  • Wenn der Zweitjob nur einen Teil des Jahres ausgeübt wurde
  • Wenn man hohe Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend machen kann
  • Wenn der Zusatzbeitrag der Krankenkasse vom Durchschnittswert abweicht

Bei SK-6-Einkommen lohnt sich die Steuererklärung fast immer. Die durchschnittliche Erstattung für Arbeitnehmer mit mehreren Jobs liegt bei mehreren hundert Euro pro Jahr.

Häufige Fragen zu Steuerklasse 6

Für wen gilt Steuerklasse 6?
SK 6 gilt automatisch für alle weiteren sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse neben dem Hauptjob. Sie ist nicht wählbar. Hat man zwei Jobs über der Minijob-Grenze (556 €/Monat), wird SK 6 dem Job mit dem geringeren Lohn zugewiesen. Auch ohne gültige Steueridentifikationsnummer oder ELStAM-Abruf wird SK 6 angewendet.
Kann ich in SK 6 zu viel gezahlte Steuern zurückbekommen?
Ja — über die Einkommensteuererklärung. In SK 6 wird monatlich konservativ (zu viel) besteuert. Das Finanzamt veranlagt beide Jobs am Jahresende gemeinsam und erstattet die Differenz. Bei SK-6-Einkommen lohnt sich die Steuererklärung fast immer; die Erstattung kann mehrere hundert Euro betragen.
Ist ein Minijob besser als SK 6?
Bei Nebeneinkommen bis 556 €/Monat ja — der Minijob ist steuerlich deutlich günstiger. Bei 500 € Brutto bleiben im Minijob ca. 465–500 € netto, in SK 6 nur ca. 295 €. Über 556 € ist der Minijob nicht mehr möglich, und SK 6 wird unvermeidlich. Dann greift die Gleitzone (Midijob bis 2.000 €) mit reduzierten SV-Beiträgen.
Was ist wenn ich beide Jobs gleichzeitig starte?
Das Finanzamt weist SK 1 dem Job mit dem höheren Lohn zu und SK 6 dem geringeren. Sie können beim Finanzamt beantragen, welcher Job als Hauptjob (SK 1–5) gelten soll — falls Sie einen bestimmten Arbeitgeber bevorzugen. Der Antrag erfolgt über ELSTER oder direkt beim Finanzamt.
Zahlt man in SK 6 auch Sozialversicherung?
Ja, die vollen Arbeitnehmer-Beiträge. Rentenversicherung 9,30 %, Krankenversicherung ca. 8,175 % (GKV inkl. Zusatzbeitrag), Pflegeversicherung 1,70 %, Arbeitslosenversicherung 1,30 %. Die SV-Beiträge kommen zur hohen Lohnsteuer hinzu — weshalb der Nettolohn in SK 6 so niedrig ist. Insgesamt ca. 20 % Abzüge nur für Sozialversicherung.
Lohnt sich ein Zweitjob trotz SK 6?
Grundsätzlich ja — jeder Brutto-Euro ist besser als keiner. Allerdings sollte man die hohe Steuerbelastung einplanen: Von 1.000 € Zweitjob-Brutto bleiben monatlich ca. 515–560 € netto übrig. Über die Jahressteuererklärung verbessert sich das Ergebnis noch — der tatsächliche Netto-Jahreseffekt liegt näher bei 600–650 € je 1.000 € Zweitjob-Brutto.