Faktorverfahren 2026 · SK 4 mit Faktor erklärt

Steuerklasse 4
mit Faktor 2026

Das Faktorverfahren für Ehepaare — gerechter als SK 3/5, keine Nachzahlungen, faire Aufteilung der Steuerlast.

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Was ist das Faktorverfahren in Steuerklasse 4?

Das Faktorverfahren ist eine spezielle Variante von Steuerklasse 4 für verheiratete oder verpartnerte Arbeitnehmer. Dabei berechnet das Finanzamt einen individuellen Faktor (zwischen 0,500 und 1,000) für jeden Partner. Dieser Faktor sorgt dafür, dass die monatliche Lohnsteuer beider Partner zusammen exakt der voraussichtlichen Jahressteuer entspricht — keine Nachzahlungen, keine Erstattungen.

Steuerklasse 4 mit Faktor vs. ohne Faktor vs. SK 3/5

Beispiel: Partner A verdient 4.000 Euro brutto, Partner B verdient 2.000 Euro brutto. GKV, keine Kinder, NRW.

SK 3/5

2.923 €
Partner A netto/Monat
Partner B: ~1.235 €
Nachzahlung am Jahresende möglich

SK 4 mit Faktor ✓

2.650 €
Partner A netto/Monat
Partner B: ~1.521 €
Keine Nachzahlung nötig

SK 4/4

2.550 €
Partner A netto/Monat
Partner B: ~1.521 €
Erstattung in Steuererklärung

Näherungswerte. Für exaktes Ergebnis: Rechner oben nutzen.

Wie wird der Faktor berechnet?

Der Faktor wird vom Finanzamt berechnet und auf Antrag in ELStAM eingetragen. Die Formel:

Faktor = Voraussichtliche gemeinsame Jahressteuer (Splitting) ÷ Summe der Einzelsteuern beider Partner in SK 4

Das Ergebnis liegt immer zwischen 0,500 und 1,000. Jeder Partner erhält seinen eigenen Faktor, der monatlich auf die berechnete SK-4-Lohnsteuer angewendet wird.

Beispielrechnung

Partner A: 4.000 € brutto/Monat → SK-4-Lohnsteuer ca. 636 €/Monat
Partner B: 2.000 € brutto/Monat → SK-4-Lohnsteuer ca. 72 €/Monat

Voraussichtliche gemeinsame Jahressteuer (Splitting): ca. 7.800 €
Summe Einzelsteuern SK 4: (636 + 72) × 12 = ca. 8.496 €

Faktor = 7.800 ÷ 8.496 = ca. 0,918

Monatliche Lohnsteuer mit Faktor: Partner A: 636 × 0,918 = ca. 584 €

Wann lohnt sich das Faktorverfahren?

  • Unterschiedliche Gehälter, keine hohen Nachzahlungen gewünscht: Das Faktorverfahren sorgt dafür, dass die monatliche Steuer genau passt.
  • Ein Partner geht in Elternzeit: Das Elterngeld wird auf Basis des Nettogehalts der letzten 12 Monate berechnet. Mit Faktorverfahren ist das Netto fair verteilt.
  • Midijob-Kombination: Wenn ein Partner in der Gleitzone (520–2.000 €) verdient, ist das Faktorverfahren oft günstiger als SK 5.
  • Wechselnde Gehälter: Bei Provisionen, Boni oder variablen Gehältern verhindert das Faktorverfahren unerwartete Jahres-Nachzahlungen.

Wichtig: Das Faktorverfahren muss aktiv beim Finanzamt beantragt werden — über das ELSTER-Portal oder persönlich. Der Antrag gilt für ein Kalenderjahr und muss bei Bedarf jährlich erneuert werden.

Faktorverfahren beantragen — So geht es 2026

  • Schritt 1: Gehen Sie auf www.elster.de und loggen Sie sich ein.
  • Schritt 2: Formulare → Lohnsteuer → "Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung"
  • Schritt 3: Steuerklasse 4 mit Faktorverfahren auswählen
  • Schritt 4: Voraussichtliche Jahreslöhne beider Partner eintragen
  • Schritt 5: Das Finanzamt berechnet den Faktor und trägt ihn in ELStAM ein
  • Schritt 6: Ihr Arbeitgeber liest den Faktor automatisch ab

Steuerklasse 4 Faktor vs. 3/5 — Der direkte Vergleich

KriteriumSK 3/5SK 4 mit Faktor
Netto HauptverdienerHöherEtwas niedriger
Netto GeringverdienerNiedrigerHöher
Jahressteuerlast gesamtIdentischIdentisch
Nachzahlung möglichJa, oft hochNein
Steuererklärung PflichtJa, PflichtFreiwillig
Fairness zwischen PartnernUngleichFair
Beantragung nötigJaJa

Häufige Fragen zum Faktorverfahren

Was ist der Unterschied zwischen SK 4 und SK 4 mit Faktor?
SK 4 ohne Faktor behandelt beide Partner wie Singles (SK 1) — jeder zahlt Lohnsteuer auf sein eigenes Gehalt. Mit Faktor wird die tatsächliche gemeinsame Steuerlast berücksichtigt und gerecht aufgeteilt. Für Paare mit unterschiedlichen Einkommen ist der Faktor deutlich genauer.
Wie hoch ist der Faktor in Steuerklasse 4?
Der Faktor liegt immer zwischen 0,500 und 1,000. Er wird vom Finanzamt individuell für jedes Ehepaar berechnet. Je größer der Einkommensunterschied, desto niedriger der Faktor. Bei gleichem Einkommen liegt er bei genau 1,000.
Muss man mit SK 4 Faktor eine Steuererklärung abgeben?
Nein — das ist der große Vorteil. Da das Faktorverfahren die Steuerlast genau kalibriert, ist keine Pflicht zur Steuererklärung gegeben (außer es liegen andere Pflichtgründe vor). Bei SK 3/5 hingegen ist die Steuererklärung Pflicht.
Wann lohnt sich SK 3/5 mehr als das Faktorverfahren?
SK 3/5 lohnt sich wenn: (1) Der Hauptverdiener monatlich mehr Cash-Flow benötigt, (2) Das Paar das Geld ohnehin gemeinsam verwaltet, (3) Elterngeld für den Hauptverdiener optimiert werden soll. Das Faktorverfahren lohnt sich wenn: Keine Nachzahlungen gewünscht werden und beide Partner finanziell unabhängiger agieren.